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Kaminofen Rohr richtig abdichten

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Kaminofen Rohr richtig abdichten

Wenn Sie einen neuen Kaminofen einbauen, sollten Sie gewissenhaft vorgehen. Andernfalls kann es zu schwerwiegenden Sicherheitsproblemen kommen, beispielsweise dann, wenn Sie das Ofenrohr nicht richtig abdichten.

Was Sie diesbezüglich beachten müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Darum ist es so wichtig, das Ofenrohr richtig abzudichten

Schließen Sie das Ofenrohr nicht richtig an oder dichten Sie es nicht ausreichend ab, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Schließlich besteht die große Gefahr, dass Rauch austritt und in den Raum gelangt. Dies wiederum kann zu einer schweren Rauchgasvergiftung führen und im schlimmsten Fall mit dem Tod enden.

Hinzu kommt, dass der Schornstein nicht effizient arbeiten kann, wenn das Rohr nicht korrekt abgedichtet ist. Er zieht dann nicht gut genug, sodass die Heizeffizienz erheblich sinkt.

Deshalb ist es beim Eigenbau eines Kaminofens immens wichtig, darauf zu achten, dass das Ofenrohr korrekt abgedichtet wird.

Wir empfehlen, bereits beim Kauf des Ofens und der Rohre darauf zu achten, dass die Anschlüsse zusammenpassen. Sie müssen also dieselbe Größe aufweisen.

Woraus besteht das Ofenrohr?

Das Ofenrohr, welches Sie an den Schornstein anschließen, besteht im Grunde aus drei Teilen.

  1. Aus dem Anschluss am Ofen. Dieser kann sich beispielsweise oben oder unten befinden.
  2. Aus dem eigentlichen Ohrenrohr.
  3. Aus dem Wandfutter, welches dazu dient, das Ofenrohr mit dem Schornstein zu verbinden.

Zur besseren Abdichtung und um die Optik zu verbessern, wird um das in die Wand hineinragende Ende des Ofenrohres eine Blende herumgelegt.

Tipp:

Es werden verschiedene Wandfutter angeboten. Welches Sie letztendlich benötigen, hängt unter anderem davon ab, ob das Ofenrohr durch die Wand oder durch die Decke geführt werden muss. Auch der Umstand, ob es sich um einen einwandigen oder um einen doppelwandigen Schornstein handelt, spielt bei der Auswahl des Wandfutters eine entscheidende Rolle.

Geeignete Dichtmaterialien für das Ofenrohr

Selbst wenn das Ofenrohr und die Anschlüsse zusammenpassen, wird an irgendeiner Stelle mit Sicherheit Rauch herausdringen. Deshalb ist es wichtig, die Verbindungsstücke optimal abzudichten, um das Austreten des gefährlichen Qualmes zu verhindern.

Welche Dämmmaterialien Sie verwenden können, hängt vor allem davon ab, an welcher Stelle Sie sie einsetzen möchten. Um den Schornstein abzudichten, verwenden Sie beispielsweise Dämmwolle, die zwischen das Edelstahlrohr und die Schalungssteine gelegt wird. Wenn Sie einen Schornstein aus Stein errichten, wird dieser mit Mörtel abgedichtet und auch Silikon kann verwendet werden. Möchten Sie wiederum das Ofenrohr mit dem Wandfutter verbinden oder es an den Kaminofen anschließen, verwenden Sie die sogenannte Ofendichtschnur.

Achtung:

Für welches Dichtmaterial Sie sich auch entscheiden – achten Sie unbedingt darauf, dass es sich um ein feuerfestes Material handelt. Es muss den hohen Temperaturen des Kaminofens und des Schornsteins problemlos standhalten können. Statt des klassischen Silikons müssen Sie also beispielsweise ein Hochtemperatur-Silikon verwenden.

So dichten Sie den Kaminofen und das Ofenrohr korrekt ab

Damit Sie beim Abdichten des Ofenrohres keine Fehler machen, möchten wir Ihnen nachfolgend eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geben.

  1. Aufbau des Ofens

Stellen Sie den Ofen an dem gewünschten Ort auf. Sie sollten sich bereits im Vorfeld damit beschäftigt haben, wo der Ofen idealerweise stehen muss, um den Raum effizient zu beheizen und gleichzeitig keinerlei Sicherheitsrisiko darzustellen. So muss der Ofen beispielsweise in ausreichend Entfernung zum Mauerwerk und zu brennbaren Materialien errichtet werden.

  • Passprobe

Ehe Sie die Elemente final anschließen, sollten Sie testen, ob diese auch wirklich zusammenpassen.

  • Wanddurchbruch für den Anschluss an den Schornstein

Im nächsten Schritt müssen Sie den Wanddurchbruch durchführen. Die Ofenrohre sind noch immer zusammengesteckt, sodass Sie sehen können, auf welcher Höhe das Wandfutter eingebaut werden muss. Zeichnen Sie die richtige Höhe an und führen Sie den Wanddurchbruch mittels einer Kernbohrung durch.

  • Einbau des Wandfutters

Nun ist es an der Zeit, das Wandfutter einzusetzen. Legen Sie es in den Durchbruch hinein. Sollten sich Zwischenräume bilden, füllen Sie diese mit einer hochwertigen Dämmwolle aus. Achten Sie darauf, dass das Wandfutter nicht in den Schornstein hineinragt.

Verwenden Sie nun den feuerfesten Mörtel, um das Wandfutter zu fixieren bzw. zu verputzen, sodass rings um das später durchgeführte Ofenrohr wieder eine glatte Wandfläche entsteht.

  • Ofenrohr anschließen

Nachdem der Mörtel einen Tag Zeit hatte, um vollständig auszuhärten, können Sie das Ofenrohr mit dem Wandfutter verbinden. Halten Sie die Blende an die Wand. Stecken Sie das Ofenrohr in das Wandfutter und schließen Sie kleine Zwischenräume mit der Dichtschnur. Sie können alternativ auch das Hochtemperatur-Silikon verwenden.

  • Abnahme durch den Schornsteinfeger

Nun ist es an der Zeit, den Ofen durch den Bezirksschornsteinfeger abnehmen zu lassen. Dieser händigt Ihnen den sogenannten Feuerstättenbescheid aus, der Sie dazu berechtigt, den Kaminofen zu betreiben. Stellt der Schornsteinfeger hingegen Mängel fest, wird er vorerst keine Betriebserlaubnis erteilen. Sie erhalten die Gelegenheit, die Mängel zu beheben und den Schornsteinfeger zu einer erneuten Abnahme zu sich zu bestellen.

Wichtig:

Wurde der Kaminofen nicht abgenommen, dürfen Sie diesen nicht betreiben. Dies hat vor allem sicherheitstechnische Gründe. Außerdem verlieren Sie den Versicherungsschutz, sollte es zu einem Schaden kommen.

  • Das erste Anheizen

Wurde der Kaminofen durch den Schornsteinfeger abgenommen, können Sie ihn zum ersten Mal anheizen. Sie sollten hierbei jedoch besonders gut lüften und überprüfen, ob das Gerät wie gewünscht funktioniert. Stellen Sie ebenso sicher, dass an keiner Stelle Qualm hervordringt.