Warum ein wasserführender Kaminofen Sinn macht

In großen alten Gutshäusern oder kleinen Landschlössern war und ist der früher meist offene Kamin, am besten mit dem vor ihm liegenden Fell einen Eisbären, der Inbegriff von wohliger Wärme, Komfort und einer ausgesprochenen Behaglichkeit.

Ein offener Kamin ist aus energetischer Sicht aber mit vielen Nachteilen verbunden. Die eingesetzte Energie, also das verwendete Brennholz, wird sehr schnell verbraucht, die erzeugte Wärme konzentriert sich auf einen kleinen Teil des mit dem Kamin befeuerten Raumes und der Aufwand zur Brenngutbestückung und zur Entfernung der Brennrückstände ist sehr hoch.

Kurz gesagt, ein offener Kamin ist ein wunderschöner und angenehmer Einrichtungsgegenstand, aber seine Effektivität bei der Erzeugung von Wärme für einen Haushalt ist derart gering, dass er kaum als geeignetes Mittel zur sinnvollen Unterstützung oder gar als Ersatz eine Heizungsanlage ins Auge zu fassen ist.

Angesichts der gravierenden Nachteile eines offenen Kamins wurden in Neubauten in den 1980er Jahren in verstärktem Maße Brennöfen, gerne mit durchsichtigen Brennraumtüren, eingebaut.

Der Wirkungsgrad solcher Kaminöfen ist wesentlich höher als bei einem offenen Kamin und ein entsprechend gestalteter und geschickt platzierter Brennofen kann einem Raum ein hohes Maß an Behaglichkeit vermitteln.

Kaminöfen sind gut geeignet, in den sogenannten Übergangszeiten, also im Herbst und im Frühjahr, einen Raum mit Wärme zu versorgen.

Als vollständiger Ersatz eine Heizungsanlage oder als alleinige Wärmequelle in einem strengen Winter ist ein herkömmlicher Kaminofen allerdings nur in Ausnahmefällen zu gebrauchen, etwa wenn die zu heizenden Räumlichkeiten sehr begrenzt sind oder wenn das Gebäude über eine sehr gute Dämmung verfügt.

Denn der Wirkungsgrad eines herkömmlichen Kaminofens ist zwar besser als bei einem offenen Kamin, aber er kann noch nicht wirklich als gut bezeichnet werden.

Das liegt daran, dass die Heiztemperatur im Brennraum sehr hoch ist und nicht in kurzer Zeit in Gänze an die Luft des Raumes, in dem der Kaminofen aufgestellt ist, abgegeben werden kann.

Im Ergebnis entweicht ein hoher Teil der Wärmeenergie über den Schornstein an die Außenluft, sodass die Energieausbeute im Vergleich zum Energieinhalt des eingesetzten Energieträgers schlecht ist.

wasserführender Kaminofen

Ein wasserführender Kaminofen war die Lösung, um dieses Dilemma zu lösen.

Sein Prinzip ist im Grunde einfach und leicht verständlich, denn ein wasserführender Kaminofen verbindet die Techniken eines herkömmlichen Kaminofens und einer zentralen Heizungsanlage, die Wasser erwärmt, miteinander.

Äußerlich unterscheidet sich ein wasserführender Kaminofen auf den ersten Blick kaum von einem herkömmlichen Kaminofen.

Auch er besitzt einen Brennraum, auf Wunsch auch mit einer durchsichtigen Brennraumtür, er kann mit einem separaten Fach ausgestattet sein, das als Backofen fungiert und er kann eine Wärmeplatte besitzen, auf der in einem Kessel Wasser gekocht oder ein Getränk warmgehalten werden kann.

Insofern bietet ein wasserführender Kaminofen alle Annehmlichkeiten und den Komfort, der von einem herkömmlichen Kaminofen bekannt ist und in hohem Maße dessen Beliebtheit bedingt.

Aber genauso wichtig und für die Energieeffizienz ganz wesentlich ist bei einem wasserführenden Kaminofen das Innenleben. Was dem Betrachter zunächst wie eine einfache unscheinbare Ofenwand erscheinen mag, ist hier in Wirklichkeit eine technisch innovative Einrichtung aus einem Wandsystem, in dem Wasser zirkulieren kann.

Bei Betrieb des Ofens, der ganz konventionell mit Brennholz befeuert werden kann, wird die Abwärme genutzt, um das Wasser in dem Mantelraum des Ofens zu erhitzen.

Im Prinzip passiert hier als das Gleiche wie bei einer zentralen Heizungsanlage, bei der ein fossiler Energieträger wie Öl, Kohle oder Gas das Wasser erwärmt. Ganz analog zur konventionellen Heizung kann das Wasser aus dem Mantelraum des wasserführenden Kaminofens zu Heizzwecken verwendet werden.

Hierbei gibt es Anlagen, die das Wasser direkt innerhalb eines geschlossenen Systems anwenden, zum Beispiel um eine Fußbodenheizung zu betreiben, oder Anlagen, bei denen das erhitzte Wasser dazu dient, die vorhandene Heizungsanlage zu unterstützen.

Ein wasserführender Kaminofen stellt damit ein eigenständiges und effektives Element des Heizsystems in einem Haus dar.